Vom Studenten zum Poker-Star – Phil Hellmuth versucht sich als Blogger

Tipps für Leben, das Business und den Poker Table? Phil Hellmuth will auf Substack sein Wissen teilen und nebenbei Fans einen Einblick in seinen Alltag geben.

Phil Hellmuth ist nicht nur WSOP-Rekordspieler, sondern auch einer der wenigen, die langfristig einen so hohen Stellenwert haben. Der baumlange US-Amerikaner hat es auch schon früh verstanden, dass das Geld auch gut angelegt werden muss.

Das neueste Projekt von The Poker Brat ist ein Substack. Dort will sich der 17-fache Bracelet-Gewinner regelmäßig zu Wort melden. Zum Auftakt gab es eine kurze Übersicht, wie er sich vom ambitionierten Studenten zum renommierten Poker-Profi spielte.

Bescheidenheit darf man nicht erwarten. Der Titel des ersten Beitrags lautet “Wie ich versehentlich zum Poker-GOAT wurde” (Greatest of All Time). Allerdings ist Hellmuths Karriere auch durchaus beeindruckend.

Diese begann an der Universität. Dort spielte er sich von den kleinsten Limits hoch. Besonders lukrativ war das Spiel der Ärzte, Anwälte und PhDs: “Das waren kluge Leute, wirklich nette Menschen, aber absolut schreckliche Pokerspieler. Ich spreche von einem Spiel, bei dem der jüngste Spieler 40 war, und dann war da der 20-jährige Phil Hellmuth, der alles aufräumte.

Es dauerte nicht lange, bis er sich in Sin City versuchen wollte: “Also tat ich natürlich, was jedes überhebliche College-Kind tun würde, ich ging mit meiner $20.000 Bankroll nach Las Vegas und dachte, ich wäre der Heiße Scheiß. Junge, da stand mir eine böse Überraschung bevor.

Vegas war voller sogenannter ‚Heimatstadt-Champions‘. Jeder gute Pokerspieler aus jeder kleinen Stadt in Amerika, der lokal Geld verdient hatte, zog irgendwann nach Vegas. Also spiele ich gegen die Besten der Besten, und sie zerstörten mich absolut.

Ich spreche davon, 10 Trips in Folge zu verlieren. Ich ging nach Vegas, verlor $3.000 oder $5.000, kam zurück nach Wisconsin, gewann ein paar Tausend in den lokalen Spielen, ging dann zurück nach Vegas und verlor $4.000. Wiederholen, bis ich komplett pleite war.

Irgendwann konnte er sich auch in Vegas behaupten, doch es fehlte noch an der richtigen Einstellung. Wie Hellmuth beschreibt, waren es die Drogen, die ihn zurückgehalten haben: “Ich habe ungefähr $60.000 auf der Bank und sitze in dieser absolut schrecklichen Bar in Madison, Wisconsin. […]

Ich spiele Pool für $20 pro Spiel (und verliere die meisten), ich habe getrunken und Marihuana geraucht, und es ist 16 Uhr an einem Tag, der ein perfekt guter Tag hätte sein sollen. […] Und ich sitze da und denke: „Was für ein verdammtes Leben ist das? Was machst du mit deinem Leben?“

Also stolpere ich nach draußen, und BAM, die Sonne trifft mich direkt ins Gesicht, reflektiert von all diesem schmelzenden Schnee wie eine Art göttlicher Scheinwerfer. Es war buchstäblich und im übertragenen Sinne ein Moment des Lichts.

Phil Hellmuth wollte sein Leben verändern und tat das erstbeste, was ihm einfiel. Eine Liste schreiben: “In dieser Nacht schrieb ich alles auf, was ich erreichen wollte. Das Main Event der World Series of Poker gewinnen. Einen New York Times-Bestseller schreiben. Ein Haus kaufen. Eine fantastische Frau treffen und heiraten. Das volle Programm.

Meine Frau fand diese Liste zwei Jahre später, und stell dir vor – bis 2004 hatte ich jeden einzelnen Punkt abgehakt. […] Ich bin [mittlerweile] seit 36 Jahren mit derselben fantastischen Frau verheiratet, wir haben zwei Söhne […]”.

Hellmuth will das Substack jedoch nicht nur für Geschichten aus seinem Leben nutzen. Leser dürfen sich auf “Geschäftseinblicke, Lebenslektionen, [und] Pokerstrategie” freuen.

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