Wenn man heutzutage ein paar Minuten lang durch einen beliebigen Social-Media-Feed scrollt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Großteil dessen, was auftaucht, von einer KI generiert, verfasst oder optimiert wurde. Ehrlich gesagt, ist das nicht unbedingt etwas Schlechtes.
Viele erfolgreiche Webinhalte sind sinnloses, wiederholen sich, bieten wenig bis Null Mehrwert, und sind eh für ein hirntotes Publikum bestimmt.
Das wirft jedoch eine einfache Frage auf: Wie gut sind menschliche Inhalte in diesem Kampf noch geeignet?
Das Karussell der Pokermedien dreht sich schnell
Wer die Pokerwelt aufmerksam verfolgt, weiß bereits, dass der Strom an Updates niemals endet. Nachrichten kommen aus allen Zeitzonen, Veranstaltungen überschneiden sich und Geschichten entwickeln sich weiter, während anderswo schon neue beginnen.
Die Arbeit in den (Poker-)Medien fühlt sich oft so an, als würde man versuchen, mitten in hohen Wellen und bei starkem Regen Wasser aus einem sinkenden Boot zu schöpfen. Manchmal schafft man es fast, den Rückstand aufzuholen, doch dann wird das ganze Boot wieder überflutet. Roboter-Inhalte können auf den ersten Blick verlockend erscheinen, weil sie die Illusion vermitteln, man könne leichter aufholen und das überschüssige Wasser mit weniger Aufwand loswerden. Doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Bots alles an Bord loswerden: erst das Wasser, dann die Möbel, dann die Ausrüstung und schließlich auch die Matrosen, bevor sie das eigentliche Boot versenken, das sie eigentlich retten sollten.
Unsere Entscheidung: bewusst gestaltete menschliche Inhalte
In diesem Umfeld haben wir eine bewusste Entscheidung getroffen: Wir haben nicht alles automatisiert. Das bedeutet, dass wir die Erstellung von Inhalten nicht in eine Fließbandproduktion verwandelt haben. Wir nutzen zwar KI, aber sie steuert nicht unsere Boote. Sie ist ein Werkzeug, keine Stimme. Ein Berater, kein Chef.
Was die Menschen auf unseren Websites lesen, basiert auf echter Recherche, der Verfolgung von Geschichten, die sich im Laufe der Zeit entwickeln, und dem Einbringen von echtem Kontext. Der gesamte Prozess ist langsamer und manchmal ein wenig chaotisch, aber er gibt allen Beteiligten das Gefühl tatsächlich noch als Autor, Redakteur, Publizist, Dokumentarist oder Kolumnist zu arbeiten. Es ist eine bewusstere Art, Informationen oder Meinungen zu verbreiten. Wir versuchen nie, perfekt zu sein, aber wir gehen bei allem, was wir tun, bewusst vor. Das lässt die Dinge hoffentlich echt und wahrhaftig wirken.
Relevantes verbreiten
Natürlich sind Likes schön. Kommentare auch. Seien wir ehrlich: Abgesehen von Besucherzahlen ist echtes Feedback eine der wenigen Möglichkeiten, um zu messen, ob das, was wir tun, Reichweite oder Wirkung hat. Aber was ebenfalls einen Unterschied macht, ist etwas anderes: etwas, dessen sich viele Internetnutzer oft nicht bewusst sind. Der Besuch unserer Webseiten und das aktive Lesen unserer Inhalte helfen uns sehr dabei, die Aufmerksamkeit der Suchmaschinen zu erwecken, aber es gibt noch etwas, das Leser tun können, um uns dabei zu helfen, den Algorithmus zufriedenzustellen: das Teilen unserer Inhalte.
Nicht auf erzwungene Weise. Nicht das spammäßige Weiterleiten von Artikeln an alle Kontakte. Nur gelegentliches Teilen eines Links oder einer Information mit privaten Kontakten, wenn etwas relevant erscheint.
Warum das Teilen wichtiger ist, als viele denken
1 – Es stärkt unsere geliebte Community
Poker lebt von Informationen: guten, relevanten und gut in den Kontext eingebetteten Informationen. Wenn nützliche Inhalte zirkulieren, profitieren alle davon.
2- Es macht das Unsichtbare sichtbar
Viele Menschen investieren viel Engagement in die Erstellung und Pflege aller Arten von Medienkanälen. Wir sehen die Zahlen. Tausende, ja sogar Zehntausende von Lesern jeden Monat. Das ist großartig. Vielen Dank dafür. Aber Zahlen sind still.
Ein Share ist das nicht. Teilen ist eine viel lautere Form der Wertschätzung.
Es ist ein einfaches Signal, das dem Algorithmus sagt: „Das ist wichtig.“ oder „Das ist cool.“
3 – Es hilft hochwertigen Inhalten, länger zu bestehen
Hier ist der Punkt, den viele Menschen nicht erkennen: Algorithmen interessieren sich nicht für Ästhetik und Genauigkeit. Sie mögen Volumen und Werbeeinnahmen. Aber was sie ebenfalls belohnen, sind Signale für Wert.
Und Shares, ob in öffentlichen Feeds oder in privaten Nachrichten, sind starke Wertsignale.
Sie sagen den Plattformen: „Das könnte es wert sein, mehr Menschen zu zeigen.“
Ohne dieses Signal können selbst herausragende Inhalte schnell unter dem schnelleren und lauteren automatisierten Rauschen verschwinden.
Eine einfache Möglichkeit, unseren Journalismus zu unterstützen
Wir sind nicht hier, um um etwas zu bitten. Tatsächlich macht uns unsere Arbeit bereits große Freude, aber wenn Leser unsere Inhalte wie Fast Food konsumieren, zwingt uns das dazu, immer mehr und immer schnellere Inhalte zu produzieren.
Wenn ein Artikel gefallen hat oder wenn man etwas Neues gelernt hat, ist es eine der sinnvollsten Möglichkeiten, unsere Arbeit zu unterstützen, es in Feeds oder Gruppen zu teilen und an Freunde weiterzuleiten. Auch nur gelegentlich.
Egal in welchem Format, egal wie oft. Einfach dann, wenn es sich richtig anfühlt. Ganz natürlich.
Gegen den Strom schwimmen
Zurück zur Wasser-Analogie. KI wird weiter wachsen, Inhalte werden das Web weiterhin überschwemmen und alles wird sich weiter beschleunigen. Das ist der offensichtliche Weg, den die Dinge nehmen. Das ist beunruhigend, aber noch beunruhigender ist die Art und Weise, wie manche Unternehmen diese Technologie nutzen. Viele Menschen sind immer noch technologisch ungebildet und sehen oder verstehen nicht, was hinter den Kulissen der Technik vor sich geht. Es steht viel mehr auf dem Spiel, als es den Anschein hat, und große Konzerne bedienen sich reichlich guter alter Manipulationstechniken, ohne dass es kaum jemand bemerkt. Ein Pokerfreund und Autor, den ich regelmäßig unterwegs treffe, Blaise Bourgeois, hat kürzlich einen interessanten Beitrag zu diesem Thema veröffentlicht.
Das Fazit für uns lautet: Sich an Team Mensch zu halten, ist keine Einschränkung. Es ist eine Entscheidung.
Wenn diese Entscheidung Anklang findet, weißt du bereits, wie du sie unterstützen kannst.
Näheres zu diesem Thema gibt es auch in einem Beitrag von Mai 2025 unter https://pokerexklusiv.com/the-rounder/drawing-dead-gegen-algos.
Mehr Kolumnen und Reiseberichte gibt es immer bei https://pokerexklusiv.com/lifestyle .
Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg an den Tischen.
