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Glücksspieldebatte wird zum politischen Machtkampf in Brasilien

Ein gespaltener Senat, zahlreiche Interessengruppen und der Wahlkampf um das höchste politische Amt. Die Sperre von Sportwetten und Online-Casinos in Brasilien wird immer komplizierter.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat mit einer vorläufigen Maßnahme das Glücksspiel im Internet verboten. Den 188 lizenzierten Online-Casinos und Buchmachern blieb wenig Zeit zum Handeln.

Fast alle haben bereits ihren Betrieb eingestellt, doch mehr als 26 Millionen Kunden warten noch auf ihre Auszahlung. Umgerechnet geht es um mehr als €235 Millionen. Doch auch die Betreiber warten noch auf Geld. Aktuell ist unklar, ob Lizenzgebühren zurückgezahlt werden.

Gleichzeitig gibt es noch Hoffnung, dass zumindest Sportwetten vom Verbot ausgeschlossen werden. Weitere Ungewissheit besteht darüber, ob das Verbot überhaupt standhält. Der Senat muss aus der Maßnahme erst ein Gesetz machen.

Da sich Brasilien jedoch im Präsidentschaftswahlkampf befindet, wollen Interessengruppen, dass das Verbot schon jetzt gekippt wird. Flávio Bolsonaro, der gegen Luiz Inácio Lula da Silva in die Stichwahl geht, will wiederum, dass der oberste Gerichtshof (Supremo Tribunal Federal; STF) erst nach der Wahl entscheidet.

Laut UOL will Minister Luiz Fux vom STF erst nach der Wahl entscheiden, um keinem der beiden Präsidentschaftskandidaten einen Vorteil zu geben. Allerdings sind die Interessengruppen gut aufgestellt, denn Milliarden sollen in den Fußball investiert werden.

Mehrere Fußballvereine haben angekündigt, öffentlich zu protestieren. Es ist geplant, mit dem Slogan „proibir não é proteger“ (Verbieten heißt nicht schützen) auf den Trikots aufzulaufen. Gleichzeitig argumentieren Befürworter, dass das Verbot schlichtweg illegal sei:

„Die abrupte Änderung, die durch die vorläufige Maßnahme umgesetzt wurde, hätte von einem konkreten Nachweis der Gründe begleitet werden müssen, die es rechtfertigen würden, eine Politik, die dieselbe Exekutive bis wenige Wochen zuvor noch vertieft hatte, ganz oder teilweise aufzugeben“ so eine Petition.

Brasilien: Gesetzgeber wollen Sportwetten retten

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