In einem Land vor dem Moneymaker Effekt gab es eine Pokervielfalt, wie sie viele heute gar nicht mehr kannten. Vor allem in den letzten zwei, drei Jahren aber erleben die Mixed Games ein Revival und mittlerweile gibt es ganze Festivals, die ihren Fokus auf Nicht-NLH Games legen.
Natürlich können sich auch noch viele erinnern, als NLH noch nicht alles dominierte. In den Wiener Cardrooms wurde um kleines Geld gespielt, Stud war das beliebteste Spiel, aber auch Limit Hold’em und Omaha gab es. NLH im Cash Game – kaum. Am Turnierplan war die Variante schon eher zu finden, aber PLO, Pineapple, Mixed Games oder Dealers Choice waren deutlich öfter zu finden. Der Moneymaker Effekt veränderte die Pokerwelt in so vielen Bereichen. Zehn Jahre später war kaum noch was außer NLH gefragt, selbst die Stud EM mit ihrer langjährigen Tradition strauchelte und wurde nach und nach zu dem, was seit auch schon einem Jahrzehnt nun im Casino Velden gespielt wird.
Wer andere Varianten liebte und über den großen Teich kam, für den war die WSOP ein Paradies. Die NLH Turniere lockten immer mehr Spieler an, aber auch die „Exoten“ hielten sich. Und für viele ist bis heute die $50k Players Championship die wahre Weltmeisterschaft. NLH kann quasi jeder. Die Regeln sind schnell erklärt und selbst ohne große Strategien kann jeder ein Turnier gewinnen. Der Glücksfaktor ist bei jeder Variante vorhanden. Aber bei den Nicht-NLH Games bedarf es dann schon mehr Wissen. Immer mehr Spieler suchen aber die Abwechslung und während die einen die kurzweilige Action bei den Bomb Pot Cash Games suchen, zieht es andere immer mehr zu den exotischsten Mixed Games
Vor COVID gab es einen klaren Omaha Trend, der sich inzwischen wirklich auf andere Varianten ausgeweitet hat. Einen großen Anteil daran hat tatsächlich „The Festival“. Die Skandinavier waren immer offener für die Nicht-NLH Games, die Finnen beherrschen bekanntlich auch die Omaha Szene. Als Franke 2021 im Banco Bratislava „The Festival“ mit einem bereits sehr abwechslungsreichen Schedule präsentierte, war das Interesse noch nicht so groß. Mittlerweile ist die Tour zum Inbegriff für Mixed Games für Freizeitspieler geworden. Nicht allzu hohe, aber doch lukrative Buy-Ins, ansprechende Felder und immer viel Spaß an den Tischen. Egal, ob in Bratislava, Rozvadov, Malta oder Tallinn. „The Festival“ hat auch etwas anderes geschaffen – den Sviten Boom. Die Drawmaha Variante hat schon viele infiziert und selbst in deutschen Homegames wird gespielt. Die Irish Open, die APT und auch die Malta Events – sie alle haben Sviten in ihr Programm aufgenommen. Der „Ritterschlag“ ist aber, dass dieses Jahr bei der EPT Prag im Dezember auch ein € 550 Sviten Special auf dem Turnierplan Einzug gehalten hat. Der nächste Stopp von „The Festival“ ist von 20. bis 29. November im Olympic Park Casino Tallinn. Wer Sviten mag, mus dort ohnehin mit dabei sein, denn es gibt einen Weltrekordversuch. Aber auch alle anderen Varianten stehen wieder zur Auswahl.
Von 26. bis 31. Oktober wird im Olympic Park Casino Tallinn aber auch schon gemixed. Die European Mixed Poker Championship steht nämlich an. Das Main Event ist hier ein € 800 8-Game, generell sind die Buy-ins auch im mittleren Bereich zwischen € 200 und € 1.500. Natürlich sind hier viele Skandinavier auch am Start, Eine abwechslungsreiche Woche mit vielen bekannten Gesichtern inklusive Espen Jorstad oder auch Andreas Fröhli steht an.
Erstmals kommt auch die CAPT mit einer Mixed Game Edition. Im Casino Innsbruck wird von 2. bis 8. November gespielt. Das Main Event ist hier ein NLH Event, aber es gibt auch TORSE, OFC, Stud usw. Fabian Bartuschk und Niclas Thumm, beide bekennende Mixed Game Fans, haben sich angekündigt. Die erste Mixed Games Ausgabe der CAPT wird sicher keine riesigen Felder haben, aber man darf sich schon auf einige Action freuen.
Ganz neu ist die Mixed Games Championship im Rahmen der Banco Casino Masters im Dezember. Diese kommt mit einem ganz neuen Konzept, denn an Tag 1 am 4. Dezember startet man mit einem Buy-In von € 500 + 50, einem Starting Stack von 20.000 und 40 Minuten Levels. Auch an Tag 2 ist die Late Reg noch möglich, aber dann zahlt man € 2.500 + 200 und bekommt 100.000 Chips. Die Leveldauer beträgt ebenso wie im Finale 40 Minuten. Wer also günstig einsteigt, bekommt ein richtig feines Mixed Games Event mit sehr viel Spielraum.
Für den Februar 2027 hat sich auch schon das Grand Sapphire Poker Festival mit einem abwechslungsreichen Turnierplan angekündigt. Auch hier liegt der Fokus nicht auf NLH, die Buy-Ins sind ebenfalls im mittleren Bereich. Stud, Omaha, Sviten, 4-Card und 5-Card Omaha – wer dem Winter entfliehen möchte und ein paar nicht so kalte Tage auf Zypern verbringen möchte, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf das Festival werfen.
Immer mehr europäische Events und Festivals setzen auf Abwechslung auf dem Turnierplan. Für die riesigen Felder und Preisgelder ist weiterhin NLH zuständig, aber die Community der „ich will mehr als zwei Hole Cards“ Spieler wird zunehmend größer und auch die Auswahlmöglichkeiten bei den Turnieren nehmen zu.

