Angle Shooting also der Standard? Daniel Negreanu spricht über die schwarzen Schafe der Poker-Szene und nimmt kein Blatt vor den Mund.
Bereits kurz nach der WSOP 2025 hat sich Daniel Negreanu auf Twitter zu Wort gemeldet und über die Probleme innerhalb der Poker-Community gesprochen. Konkret ging es um Angle Shooting wie Zeitverzögerungen. Dass das Thema ihn immer noch beschäftigt, zeigt sich im jüngsten Interview.
Mit Craig Tapscott für Poker.org sprach DNegs über die auffälligsten Sünder und warum sich etwas ändern muss.
„Beim Poker kannst du versuchen, deinen Gegner zu täuschen – durch Bluffs, Value Bets oder andere legitime Spielzüge. Zeitschinden ist kein Pokerspielzug. Es hat nichts mit dem Spiel zu tun, also ist es per Definition ein Angle Shoot“, so der gebürtige Kanadier.
„Dass [Ike] sagte: ‚Hey Leute, ihr könnt mir die Uhr stellen, wenn ihr wollt‘, ist irrelevant. Jeder am Tisch hat einen Anreiz, nicht die Uhr zu rufen, oder nicht? […] Die anderen Tische spielen und spielen, während die Spieler an diesem einen Tisch wie krebsartige Geier die Equity aller anderen abgraben“, so über Ike Haxton im Main Event. Der High Roller konnte durch Zeitschinden eine Payout-Stufe nach oben klettern.
Als Lösung sieht Daniel Negreanu eine individuelle Zeitbank für jeden Spieler, die nicht in Stufen verbraucht wird: „Ideal wäre eine Schachuhr, und technisch werden wir da irgendwann hinkommen. […] Die Shot Clock hilft, aber sie ist nicht perfekt, weil sie Spieler wie mich benachteiligt.
Ich verschwende keine Zeit vor dem Flop – ich folde einfach, Fold, Fold. Aber manchmal am River habe ich eine schwere Entscheidung und brauche zwei bis drei Minuten. […] Ich [bin] immer noch schneller als der Typ, der jedes Mal 30 Sekunden [braucht], wenn er irgendwas tut.“
Auch zu Will Kassouf hat Daniel Negreanu eine starke Meinung: „Die Regeln sind klar, aber die Durchsetzung ist schwer, wenn du Spieler wie Kassouf hast. Ich würde solche Spieler an die extrem kurze Leine legen. Es ist, wie es ist – du hast es dir verdient.
Ich habe kein Mitgefühl für dieses Verhalten. Manchmal sagte Kassouf: ‚Das hier ist eine wirklich große Entscheidung‘ – okay, verstanden. Aber kennst du die Geschichte vom Jungen, der Wolf rief? Irgendwann, wenn du Hilfe brauchst, kriegst du keine mehr.“
