Der Pokerkönig ist tot. Ruhe in Frieden Peter Zanoni.

Heute erreichte die Redaktion eine traurige Nachricht. Österreichs Pokerkönig Peter Zanoni erlag seiner schweren Krankheit und verstarb im Kreise seiner Familie.

Es fühlt sich so an, als hätte Österreich endgültig den Kampf um Poker verloren, auch wenn die Concord Card Casinos schon seit Jahren geschlossen sind. Peter Zanoni war die Galionsfigur für eine ganze Pokergeneration. Ohne ihn wäre Poker in Österreich nie so weit gekommen, seine CCCs haben die Pokerkultur in ganz Europa geprägt.

Eine Gesetzeslücke brachte Peter Zanoni auf die Idee, seine Concord Card Casinos zu gründen. Und es war ein Kampf vom ersten bis zum letzten Tag.  Die österreichische Politik und Monopolist Casinos Austria waren alles andere als glücklich, dass in den Privatcasinos gepokert wurde. Als der Pokerboom Anfang der 2000er Jahre Europa so richtig erfasste, baute Peter Zanoni seine Vision der Card Casinos weiter aus und kein anderes Land hatte so viel Poker in einer solchen Vielfalt zu bieten. Während andere noch immer im Hinterzimmer spielten, wurde in Österreich ganz öffentlich gespielt. Viele bekannte Floorman und Casinomanager gingen aus den CCCs hervor, allen voran natürlich auch Thomas Lamatsch (heute Casinos Austria) und Johnny Lütkenhorst.

Peter Zanoni mit seiner Frau Henrietta

Man hat mit den größten Turnierserien der Welt (WSOP, WPT, EPT) zusammengearbeitet. Noch heute redet die Pokerwelt davon, dass die EPT Wien in der Hofburg der wahrscheinlich beste EPT Stopp aller Zeiten war. Aber man hat auch Poker für jedermann geboten. Und mit einer Concord Million den Grundstein zu heutigen Formaten gelegt. Man hat Charity-Veranstaltungen organisiert (Henrieta Zanoni zeichnete für „Poker mit Herz“ verantwortlich), man hat Poker gelebt – auch wenn Peter Zanoni gar kein so enthusiastischer Pokerspieler war.

Mit dem Verbot der privaten Casinos 2020 gab Peter Zanoni den Kampf längst nicht auf, bemühte nach wie vor unzählige Gerichte, um Poker außerhalb der Casinos zu ermöglichen. An seiner Seite ein Team treuer Gefolgsleute, die seinen Glauben teilten und nach wie vor hofften, dass Österreich wieder zum Pokerparadies werden würde.  Man suchte Kooperationsmöglichkeiten im Ausland, man hoffte auf Gesetzesänderungen, aber letztlich war doch alles vergeblich.

In den letzten Jahren wurde es immer ruhiger um Peter Zanoni. Schon letztes Jahr hieß es, dass sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechtere und  Poker nicht mehr die Priorität war. Nun hat die Krankheit gesiegt und Österreich den großen Pokerkönig Peter Zanoni verloren.

Herzliches Beileid an alle Angehörigen. Ruhe in Frieden Peter.  

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