Vom 4. bis 8. März 2026 feiert JENZOOU im Grand Casino Aš die Premiere seines eigenen Poker-Festivals. Kerngedanke und großer Wunsch von ihm dabei war, seine Community auch mal abseits des Streams zusammenzubringen. Das Event versteht sich somit als Treffpunkt für Pokerfans, bei dem gemeinsame Erlebnisse und besondere “BAAALIEF“ Momente im Mittelpunkt stehen.

Potti: Wie hast du dich gefühlt, als du erfahren hast, dass du deine eigene Turnierserie bekommst, und worauf dürfen sich die Gäste freuen?
JENZOOU: Als Julian und Michel vom Meetup-Programm auf mich zugekommen sind, habe ich mich wirklich riesig gefreut. Aus meiner Community kam seit Jahren immer wieder die Frage: „Wann machen wir endlich mal ein eigenes Community-Event? Wann gibt’s mal ein eigenes Poker-Event?“ – und jetzt ist im Grunde beides in einem.
Ich weiß, dass Julian und Michel ihr Handwerk verstehen. Umso schöner war es, dass wir schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind. Und je näher der Start rückt, desto realer wird das Ganze: Wenn eigene Banner produziert werden und im Casino plötzlich Plakate mit meinem Namen hängen, merkt man endgültig – die BAAALIEF-Series wird ernst. In ein paar Wochen geht’s los.
Das ist schon ein stolzes Gefühl, ganz ehrlich. Vor ein paar Jahren habe ich mich noch gefreut, wenn im Chat in einer Stunde drei Leute geschrieben haben. Und heute stellen wir als Community gemeinsam ein komplettes Festival auf die Beine. Das macht mich sehr glücklich und wirklich stolz.
Ich bin überzeugt, dass die Gäste sich auf etwas Besonderes freuen dürfen. Wir haben eine außergewöhnliche Community: Es wird laut, es wird lustig – und es wird sehr, sehr viel Spaß machen.
Potti: Mit einer garantierten Gesamtausschüttung von mindestens 140.000 € über die ganze Serie bietet das Festival attraktive Turniere sowohl für ambitionierte Grinder wie auch Freizeitspieler gleichermaßen. Was war dir bei der Struktur und den Garantien wichtig? Möglichst große Zahlen oder ein Format, in dem sich auch Freizeitspieler wohlfühlen?
JENZOOU: Ich glaube, dass sich bei uns alle wohlfühlen werden. Meine Community ist natürlich schlau, aber eben auch eine, die lebt und Spaß haben möchte. Es sind nicht die Top-Grinder, die an einem Wochenende maximal viel Geld mitnehmen wollen. Sie kommen vor allem, um ein gutes Event zu erleben, gemeinsam zu lachen und diese besondere Atmosphäre mitzunehmen. Dazu passen dann auch die absolut machbaren und moderaten Buy-ins. Genau diese Mischung zieht aktuell immer mehr Menschen an. Und ich habe das Gefühl, dass genau dadurch am Ende nicht nur die Stimmung großartig wird, sondern auch die Teilnehmerzahlen. Und dadurch entstehen natürlich auch attraktive Preispools.
Potti: Du bist aktuell Deutschlands größter Poker-Streamer. Gab es einen besonderen Moment, in dem dir irgendwann klar wurde, dass das hier mehr ist als nur ein Hobby?
JENZOOU: Die Frage, ob es bei mir einen Moment gab, in dem ich gemerkt habe: „Das ist mehr als nur ein Hobby“, klingt erstmal einfach, ist aber gar nicht so leicht zu beantworten. Es war weniger ein einzelner Schlüsselmoment, sondern eher ein Prozess.
Ich streame seit 6-7 Jahren. Und je mehr Zuspruch aus der Community kam, desto klarer wurde mir: Das ist wirklich das, was ich machen möchte. Der Plan war jedoch nie, als Pokerstreamer bekannt zu werden. Ich wollte einfach Streamer sein.
Dass es am Ende Poker geworden ist, hat sich so ergeben. Ich habe neben meinen Gaming-Streams privat mit einem Kumpel angefangen zu spielen, im Stream davon erzählt – und die Leute fanden es spannend. Also habe ich Poker einfach mal übertragen. Und plötzlich waren sehr viele Poker-Zuschauer da.
Ich glaube, das liegt auch daran, dass ich anders bin als viele in der Szene. Ich bin sehr emotional. Das hilft am Tisch nicht immer. Aber für Zuschauer ist es unterhaltsam, weil man diese Emotionen live mitbekommt. Viele Pokerspieler versuchen, nichts zu zeigen. Bei mir kommt beim Poker einfach alles raus. So wurde es ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Die Community hatte Spaß daran, mir zuzuschauen – und ich hatte ebenfalls viel Spaß daran. So ist es mit der Zeit gewachsen.
Potti: Viele kennen dich von deinem Channel und deinen Streams, aber weniger als Mensch. Wer bist du abseits von Twitch und abseits vom Poker?
JENZOOU: Ich glaube, die meisten aus meiner Community kennen mich auch abseits der Streams ziemlich gut – einfach, weil ich mich auf Twitch nicht verstelle. Ich rede frei raus, sage, was ich denke, und manchmal teile ich dabei wahrscheinlich sogar mehr, als man in der Öffentlichkeit normalerweise zeigen würde. Für mich ist das aber auch ein Ventil. Es tut mir gut, Dinge rauszulassen.
Nach außen wirke ich oft sehr fröhlich – und das bin ich auch. Trotzdem habe ich auch Phasen, in denen es mir nicht so gut geht. Ich bin ein Mensch, der viel nachdenkt und manchmal auch zu viel zerdenkt. Wenn mich etwas beschäftigt oder ich Probleme habe, dann teile ich das eben auch im Stream. Genau diese Ehrlichkeit macht den Stream für viele, glaube ich, so nahbar. Und mir hilft es gleichzeitig, weil ich darüber sprechen kann.
Es ist sogar schon passiert, dass ich Live geweint habe, weil mich etwas zu sehr belastet hat. Aber dann mit den Leuten darüber zu reden und Zuspruch zurückzubekommen, ist unglaublich wertvoll. Deshalb bin ich jemand, der sehr viel teilt. Und ganz ehrlich: Ich bin auch einfach ein großer “Haiopei“. Ich nehme mir viel vor, habe viele gute Ideen im Kopf – und oft scheitert es dann an der Umsetzung. Genau das will ich zukünftig besser hinbekommen, z. B. bei der jetzt anstehenden Series im Grand Casino Aš.
Potti: Tausende Zuschauer, jede Entscheidung LIVE. Wie gehst du einerseits mit dem Druck, mit den Emotionen und der Verantwortung im Stream um? Wie andererseits mit Phasen, in denen es mal nicht so positiv läuft?
JENZOOU: Wenn ich in einer Downswing-Phase stecke, dann verberge ich das in meinen Streams nicht. Ich spreche offen darüber. Und ja, das merkt man manchmal auch an meiner Stimmung. Gleichzeitig fange ich mich meist schnell wieder, weil ich weiß, dass es mir grundsätzlich gut geht und ich im Leben viele Dinge habe, die wirklich zählen. In diesen Phasen versuche ich mir bewusst vor Augen zu führen, wofür ich dankbar bin: Ich habe einen gesunden Sohn, eine tolle Freundin und eine geile Community, die zu 100 Prozent hinter mir steht. Selbst wenn ich an einem Tag falsche Entscheidungen treffe oder kein großes Geld gewinne, geht es mir immer noch deutlich besser als vielen anderen – und auch besser, als es mir selbst vor ein paar Jahren ging. Vor drei Jahren noch war das Leben, was ich heute führe, ein Traum! Die Perspektive hilft mir sehr, negative Phasen einzuordnen und den Fokus wieder auf das Positive zu lenken.
Und was den Druck vor Zuschauern angeht: Den empfinde ich ehrlich gesagt nicht besonders stark. Das sind meine Leute, meine Community. Vor denen muss ich keine Angst haben, dass ich mich „falsch“ verhalte oder auch mal eine Hand nicht perfekt spiele.
Potti: Was unterscheidet dich deiner Meinung nach von vielen anderen Streamern in Deutschland? Einerseits als Twitch-Streamer, andererseits als Pokerspieler, der sich bislang noch nicht wirklich intensiv mit Theorie auseinandergesetzt hat?
JENZOOU: Hm…schwierig. Bei mir geht es im Stream nicht in erster Linie darum, Poker „perfekt“ zu analysieren oder jede Hand technisch bis ins Letzte auszurechnen. Bei vielen Profi-Streamern steht genau das im Mittelpunkt. Dort wollen die Zuschauer vor allem das Pokerspiel beobachten und nachvollziehen.
Bei mir ist der Fokus ein anderer. Ich streame sogar ohne Delay und mit verdeckten Karten, weil es mir wichtiger ist, meine Live-Reaktionen und Emotionen am Tisch mitzubekommen, als jede einzelne Karte zu sehen. Genau darin liegt für mich der größte Unterschied zu anderen Poker-Streams. Klar, manche fühlen sich bei den klassischen, stärker theorieorientierten Streams wohler. Aber meine Community ist genau aus diesem Grund bei mir. Und als Spieler unterscheide ich mich ebenfalls: Ich bin nicht der Typ, der jede einzelne Situation nach Tabellen abspult oder sich ausschließlich auf die Theorie verlässt. Ich kann sehr krass „baaaliefen“! Manchmal muss man es einfach mit Eiern und mutig reinstellen, statt eine Hand noch zehnmal zu zerdenken. Ich höre viel auf mein Gefühl, spiele situativ und nicht nach einem starren Standardplan. Dieselbe Hand kann ich in drei unterschiedlichen Situationen auf drei verschiedene Arten spielen. Das kommt mir nicht immer zugute – aber in manchen Spots eben genau doch.
Potti: Abschlussfrage: Viele deiner Zuschauer spielen fast ausschließlich Online. Was kann Live-Poker bieten, das kein Stream ersetzen kann? Welche Tipps gibst du mit auf den Weg für Leute, die bei der BAAALIEF Poker Series ihre ersten LIVE-Erfahrungen machen?
JENZOOU: Wenn du Poker liebst, dann gönn dir mindestens einmal im Leben Live-Poker. Das Spiel fühlt sich komplett anders an. Echte Menschen, echte Dynamik, Reads über Mimik und Körpersprache. Und am Tisch passieren Dinge, die du Online nie sehen wirst. Ich selbst habe fast zehn Jahre nur Online gespielt und bin erst über ein gewonnenes Vegas-Package in die Live-Welt reingerutscht. Seitdem waren alle Trips und Events, egal ob ich mit Plus oder Minus abgeschlossen habe, jeden Cent wert. Ich habe Erfahrungen gesammelt und coole neue Leute kennengelernt. Und genau darum geht’s doch auch. Nicht nur ums Ergebnis, sondern um die Community, um die Vibes und eine richtig gute Zeit.
Es wird sich für jeden zu 100% lohnen zu diesem Event zu kommen. Einfach weil wir dort eine sehr, sehr coole Truppe sein werden mit sehr, sehr viel positiver Energie. Und ich denke, das wird einfach jeden anstecken. Und rein pokertechnisch macht euch da nicht so den großen Kopf. Spielt einfach euer Spiel und habt Spaß. Es geht in erster Linie darum, dass wir da alle eine gute Zeit haben, und dann ist jeder ein Gewinner. Ich freue mich wirklich auf jeden, der kommt.

