Heute ist bereits der zweite spielfreie Tag in Serie. Die WM fühlt sich fast schon ungewohnt ruhig an. Doch genau das ist die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Vier Wochen voller Überraschungen, Dramen und großer Geschichten liegen hinter uns – und am Ende stehen tatsächlich genau die vier Mannschaften im Halbfinale, die schon vor Turnierbeginn von den Buchmachern als Top-Favoriten auf den WM-Titel gehandelt wurden. Qualität setzt sich eben doch durch. Meistens jedenfalls.
Und ganz ehrlich: Ich habe das Gefühl, dass uns jetzt zwei absolute Fußball-Kracher bevorstehen. Frankreich gegen Spanien und England gegen Argentinien – mehr Weltklasse geht kaum. Ich spüre, dass diese beiden Halbfinals jetzt genau das bringen, was sich viele schon vom Viertelfinale erhofft hatten.
Morgen früh melde ich mich mit einer messerscharfen Vorschau für das Match zwischen Frankreich und Spanien. Und keine Sorge: Auch von unserem verschollenen Schweizer Praktikanten gibt es wieder ein kleines Update. Irgendetwas sagt mir, dass seine Geschichte noch längst nicht zu Ende erzählt ist…
Pottis Playoff-Kompass
Heute Morgen war das Büro zum ersten Mal seit Wochen ungewohnt ruhig. Keine Kuhglocke. Keine Schweizer Fahne. Keine hitzige Diskussion darüber, warum die Schweiz eigentlich den schönsten Fußball des Turniers gespielt habe. Unser Praktikant war tatsächlich weg.
Die Graphik für Pottis Playoff-Kompass brauchte ich nicht zu generieren. Es hat sich ja nichts geändert. Mein Blick fiel auf das Whiteboard im Besprechungsraum. Dort hatte der Praktikant mit grünem Filzstift seinen letzten Eintrag hinterlassen: „Mission beendet.“
Darunter stand eine kleine Bilanz: 27 aufgehängte Schweizer Fahnen, 14 verteilte Toblerone und 183-mal „Hopp Schwiiz“. Bei der letzten Zeile musste ich dann doch schmunzeln: „Nerven des Chefs strapaziert: unbezahlbar.“
Seinen Mitarbeiterausweis hatte er ordentlich auf den Schreibtisch gelegt. Auf der Rückseite stand nur ein kurzer Satz: „Danke für das Praktikum. War fast so schön wie ein Schweizer WM-Titel.“
Fast.
Daneben lag noch ein verschlossener Umschlag mit der Aufschrift: „Nur öffnen, falls England Weltmeister wird.“ Natürlich konnte ich der Versuchung nicht widerstehen. Im Umschlag befand sich lediglich ein Blatt Papier mit einem einzigen Satz: „Dann eben 2030.“
Irgendwie passt das perfekt zu ihm. Aus einem völlig chaotischen Praktikanten, der mit Gesangseinlagen in Baseler Hotellobbys, übergroßen Kaffeebechern und unzähligen Schweizer Sonderwünschen regelmäßig für Kopfschütteln sorgte, wurde im Laufe dieses Turniers fast schon ein fester Bestandteil des Büros. Und auch wenn ich das wahrscheinlich nie öffentlich zugeben würde – ein kleines bisschen wird er hier tatsächlich fehlen. Zumindest bis 2030. 🇨🇭😉

Heute zwar kein Spiel. Eine frische “Pottis WM-Stack Graphik“ gibt’s natürlich trotzdem😉

