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Pottis WM Tagebuch

Pottis WM Tagebuch #38: Gold für Spanien, Tränen für Messi

Spanien ist Weltmeister – und das völlig verdient. Die Iberer krönten ein überragendes Turnier mit einem 1:0-Erfolg nach Verlängerung gegen Titelverteidiger Argentinien und ließen dabei kaum Zweifel daran, wer an diesem Abend die bessere Mannschaft war. Ferran Torres erlöste die spanischen Fans in der 106. Minute mit dem goldenen Treffer.

Argentinien fand dagegen über weite Strecken überhaupt nicht ins Spiel. Während Spanien den Ball souverän durch die eigenen Reihen laufen ließ, beschränkte sich die Albiceleste fast ausschließlich aufs Verteidigen, Zweikämpfe und Spielunterbrechungen. Offensiv blieb der Titelverteidiger erstaunlich harmlos – der erste ernsthafte Torschuss auf das spanische Tor ließ bis in die Schlussphase (!) der regulären Spielzeit auf sich warten.

Als Enzo Fernández kurz vor Ablauf der 90 Minuten nach seiner zweiten Gelben Karte vom Platz musste, wurde die ohnehin schwierige Aufgabe nahezu unlösbar. Spanien nutzte die Überzahl in der Verlängerung konsequent aus und belohnte sich schließlich mit dem entscheidenden Treffer durch Ferran Torres.

Nach dem Schlusspfiff entluden sich auf argentinischer Seite Frust und Enttäuschung. Es kam zu Rudelbildungen, Leandro Paredes sah sogar noch die Rote Karte, während Lionel Messi den Platz mit Tränen in den Augen verließ. Sollte es tatsächlich sein letztes WM-Spiel gewesen sein, endet damit eine außergewöhnliche WM-Karriere des 39-Jährigen auf besonders emotionale Weise. Trainer Lionel Scaloni bewies Größe, gratulierte Spanien fair zum Titel und erkannte den hochverdienten Sieg ohne jede Ausrede an.

Am Ende setzte sich die Mannschaft durch, die über das gesamte Turnier hinweg nicht nur den erfolgreichsten, sondern auch den schönsten Fußball gespielt hat.

Nach dem Schlusspfiff
Damit endet also mein kleines WM-Tagebuch. Rückblickend bleibt vor allem eines hängen: Die Gruppenphase hatte einige echte Überraschungen parat. Außenseiter sorgten für Schlagzeilen, Favoriten wackelten – und trotzdem standen am Ende mit Spanien, Argentinien, Frankreich und England genau die vier Top-Favoriten der Buchmacher im Halbfinale. Qualität setzt sich eben meistens doch durch.

Besonders positiv in Erinnerung bleiben werden mir einige der kleineren Fußballnationen. Kap Verde, der Kongo und Ägypten haben gezeigt, wie viel Herzblut und Qualität mittlerweile überall auf der Welt im Fußball steckt. Und Norwegen? Die Wikinger haben mit ihrer mutigen Spielweise, ihren großartigen Fans und den legendären Rudereinlagen ohnehin einen festen Platz in meinen WM-Erinnerungen sicher.

Ich freue mich jetzt ehrlich gesagt auch darauf, dass die nächste Weltmeisterschaft wieder in Europa stattfindet. Nicht nur wegen der Stadien und der Atmosphäre, sondern auch, weil mein Schlafrhythmus dann hoffentlich nicht wieder fünf Wochen lang komplett aus dem Takt gerät.

Dieses Tagebuch war mein Begleiter durch fünf verrückte, teils schlaflose und wunderbare Wochen – und ihr wart es auch. Vielen Dank an alle, die mitgelesen, mitgefiebert und mitdiskutiert haben. Das hat mir mehr bedeutet, als ich zugeben würde. Fast so viel wie ein richtiger Volltreffer beim Kicktipp.

Und falls unser ehemaliger Schweizer Praktikant das hier liest: Wir wissen, wo du zur EM 2028 zu finden bist. Zwischen Basel und St. Gallen, mit Schweizer Fahne, Toblerone im Gepäck und einer Datenanalyse, die besagt, dass die Schweiz Europameister wird, wenn sie jedes Spiel gewinnt. Ich freue mich drauf 😉

Und wer weiß… vielleicht melde ich mich ja doch schon früher zurück, als ihr denkt. Bis dahin: Macht’s gut, bleibt gesund und vor allem sportlich!

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