Wettquoten berechnen – Wahrscheinlichkeit und Quote einfach erklärt

Wettquoten sind ein zentrales Element bei Sportwetten. Sie spiegeln nicht nur den möglichen Gewinn wider, sondern repräsentieren auch die Wahrscheinlichkeit, mit der das Ereignis eintritt.

Buchmacher haben jedoch einen Hausvorteil. Aus diesem Grund haben die meisten Sportwetten einen negativen Erwartungswert. Wie du die Wahrscheinlichkeit sowie Wettquoten berechnest und richtig liest, erklären wir in diesem Artikel.

Was ist eine Wettquote?

Die Quote bei Sportwetten gibt die mögliche Auszahlung wieder. Gleichzeitig ist sie auch eine Richtlinie, wie wahrscheinlich ein Gewinn ist. Je höher die Quote, desto besser die Auszahlung, jedoch auch umso unwahrscheinlicher ein Gewinn.

Im deutschen Sprachraum wird die dezimale Quote genutzt. Diese hat den großen Vorteil, dass mit einer einfachen Rechnung die implizierte Wahrscheinlichkeit berechnet werden kann.

Wie wird eine Wettquote berechnet?

Hierfür muss nur der Kehrwert verwendet werden. Auf dem Taschenrechner ist dieser mit dem Knopf 1/x zu finden. Wer selbst rechnen möchte, tippt erst 1 ein und teilt dann durch die Wettquote.

Das einfachste Beispiel ist eine Wettquote von 2,00. 1 geteilt durch 2 ist ½, beziehungsweise 0,5. In der Mathematik liegen Wahrscheinlichkeiten zwischen 0 und 1, was 0 % oder 100 % entspricht. 0,5 bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit bei 50 % liegt.

  • Wahrscheinlichkeit = 1/Wettquote

Gleichzeitig gilt

  • Wettquote = 1/Wahrscheinlichkeit

Wer also glaubt, dass ein Tipp mit 50 % Wahrscheinlichkeit trifft, der muss eine Wettquote von über 2,00 bekommen, da 1/0.5 = 2.

Wettquoten und die Auszahlung

Die mögliche Auszahlung lässt sich ganz einfach berechnen. Der Wetteinsatz wird mit der Quote multipliziert. Wenn wir 10 Euro bei einer Quote von 2 wetten, bekommen wir im Erfolgsfall 20 Euro zurück. Der Gewinn ist 10 Euro.

  • Auszahlung = Einsatz * Wettquote
  • Gewinn = Auszahlung – Einsatz = Einsatz * (Wettquote – 1)

Was ist eine faire Quote?

Eine faire Quote ist eine Auszahlung, die genau der Wahrscheinlichkeit entspricht, mit der ein Ereignis eintritt. Wenn wir den Münzwurf als Beispiel nehmen, würde es sowohl für Kopf als auch für Zahl eine Auszahlungsquote von 2,00 geben.

Buchmacher haben jedoch einen Hausvorteil, oftmals auch Dutch Book genannt. Zum einen lassen sich Ergebnisse und Ereignisse im Sport nicht genau vorhersagen, zum anderen will der Sportwettenanbieter einen Gewinn machen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Buchmacher keine faire Quote anbieten. Der Erwartungswert ist in der Regel negativ. Das bedeutet, dass Wettende im Schnitt mehr verlieren, als sie gewinnen. Bei Sportwetten wird auch von Overround gesprochen. Das Gegenteil ist Overbroke.

Im Beispiel mit dem Münzwurf wäre eine typische Quote 1,95 auf Kopf oder Zahl.

  • Buchmacher Quote = faire Quote – Hausvorteil

So berechnest du die Auszahlungsquote

Um die Auszahlungsquote zu berechnen, muss die Gewinnmarge ermittelt werden. Diese zeigt sich, wenn die Wahrscheinlichkeit aller einzelnen Quoten aufaddiert wird. Beim Beispiel mit der Quote von 1,95 auf Kopf und Zahl wäre dies wie folgt:

  • Marge = (Quotenwahrscheinlichkeit [Kopf] + Quotenwahrscheinlichkeit [Zahl]) – 1
  • Marge = (1/1,95 + 1/1,95) – 1
  • Marge = (0,5128 + 0,5128) – 1
  • Marge = 1,0256 – 1
  • Marge = 2,56 %

Von Marge zu Auszahlungsquote

  • Auszahlungsquote = 1/ (100 % + Marge)
  • Auszahlungsquote = 1/ (102,56%)
  • Auszahlungsquote = 1/ 1,0256
  • Auszahlungsquote = 0.975 = 97,5 %

Hausvorteil gegen Value Bets

Wer langfristig mit Sportwetten Gewinn erzielen möchte, muss Value Bets finden. Das bedeutet, dass eine Wette einen positiven Erwartungswert hat. Eine Gewinngarantie ist dies jedoch nicht.

  • Valuebet Quote > 1/Echte Wahrscheinlichkeit

Sure Bet Wettquoten

Wenn verschiedene Buchmacher unterschiedliche Wettquoten anbieten, kann es zu einem Overbroke kommen. Nehmen wir eine 2-Wege-Wette als Beispiel. Buchmacher A bietet für Team 1 eine Quote von 1,89, Buchmacher B für Team 2 eine Quote von 2,60.

Die Wahrscheinlichkeiten der beiden Quoten aufaddiert ergibt 91,4 %.

  • Rechnung: 1/1,89 + 1/2,60 = 0,529 + 0,385 = 0,914

Wer hier zwei Wetten kombiniert, kann eine Sure Bet platzieren.

Wer legt die Wettquoten fest?

Die großen Buchmacher haben Experten, die für sie die Wettquoten festlegen. Diese sogenannten Trader kennen sich nicht nur in den diversen Sportarten aus, sondern haben auch ein besonderes Talent für Mathematik.

Mit Hilfe mathematischer Modelle berechnen Sportsbook Trader die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Ereignisse und können somit sehr genau die faire Quote einschätzen. Daraus wird die Wettquote inklusive des Hausvorteils errechnet. Der Anfangspreis wird oftmals als Starting Price (Abkürzung: SP) bezeichnet.

Wettmarkt und die Quotenbewegung

Natürlich kann sich die Ausgangslage ändern. Ein wichtiger Spieler verletzt sich, was sich direkt auf die Wahrscheinlichkeit und dementsprechend auf die Quote auswirken würde. Doch auch der Wettmarkt beeinflusst die Quote.

Buchmacher sichern sich mit dem Hausvorteil langfristig einen Gewinn, doch sie machen nicht mit jeder Wette einen Profit. Um sich vor kurzfristigen Verlusten zu schützen, werden Quoten anhand des Wettvolumens angepasst.

Nehmen wir erneut das Beispiel mit dem Münzwurf. Wenn ein sehr großes Volumen auf Kopf gesetzt wird, passt der Buchmacher diese Quote an. In diesem fiktiven Szenario würde Kopf mit 1,70 gehandelt, Zahl mit 2,20 angeboten werden.

So bringt der Buchmacher den Wettmarkt dazu, dass mehr auf Zahl bzw. mehr gegen Kopf gewettet wird. Sportwettenprofis nutzen solche Schwankungen bei Quoten aus, um Value Bets zu finden.

Wie werden Live Quoten berechnet?

Sportsbook Trader haben auch Modelle, um bei Live-Wetten eine profitable Wettquote zu errechnen. Alle wichtigen Faktoren werden kontinuierlich aktualisiert. Wenn es keinen Livestream für ein Event gibt, stellt der Buchmacher sogenannte Spotter an. Diese sitzen bei Sportereignissen live vor Ort und übermitteln alle relevanten Daten per Livefeed.

Die verschiedenen Sportquotennotationen

Die Wettquoten hierzulande werden als dezimale Zahl angegeben. Im Ausland ist dies jedoch nicht immer der Fall. So gibt es die Quote als Bruch bei britischen Buchmachern und die amerikanische Moneyline. Buchmacher bieten aber in der Regel immer die gewünschte Anzeige in den Optionen an.

Britische Wettquote berechnen

Bruchquoten zeigen immer direkt den möglichen Gewinn an. Diese gewöhnungsbedürftige Notation ist der dezimalen Wettquote jedoch sehr nah.

  • Dezimale Wettquote: 1,25
  • Britische Quote: 1/4
  • Rechnung: 1,25 – 1 = 0,25 = 1/4

Wer also von dezimal zu Bruch umrechnen möchte, zieht 1 ab und stellt sich die Zahl als Bruch vor. Umgekehrt stellt man sich den Bruch als dezimale Zahl vor und addiert 1 hinzu.

Amerikanische Quoten

Die amerikanischen Wettquoten (Odds) werden oft auch als Moneyline bezeichnet. Die Zahlen sind +100 oder höher oder -101 und kleiner. Amerikanischen Quoten zeigen Einsatz (bei Außenseiterwetten) oder Gewinn (Favoritenwetten) an.

  • Dezimale Quote: 1,25
  • US-Wettquote: -400

Zu lesen: Um 100 Einheiten zu gewinnen, müssen 400 gesetzt werden.

  • Dezimale Wettquote: 4
  • US-Quote: +300

Zu lesen: Wer 100 Einheiten setzt, kann 300 Einheiten gewinnen.

Die amerikanische Wettquote +100 entspricht einer 2,00 als dezimale Quote.

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