Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat virtuelle Sportwetten und Online-Casinos verboten. Nach seiner Wiederwahl hoffen Anbieter nun, dass der Oberste Gerichtshof einschreitet.
Ende September, mitten im Wahlkampf, rief Luiz Inácio Lula da Silva ein Verbot für Online-Glücksspiel aus. Betroffen sind Casinospiele und Sportwetten, Poker gilt hingegen als Geschicklichkeitsspiel. Zwar ist das Verbot derzeit nur eine Maßnahme, doch der Senat soll diese bald zum Gesetz machen.
Anbieter hatten die Hoffnung, dass Luiz Inácio Lula da Silva die Wahl verliert und Konkurrent Flávio Bolsonaro zumindest Sportwetten wieder genehmigt. Nach da Silvas Wiederwahl steht nun jedoch dessen vierte Amtszeit an.
Eine endgültige Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen, denn der Fall liegt mittlerweile beim Supremo Tribunal Federal (STF). Das Instituto Brasileiro de Jogo Responsável (IBJR) sowie die Associação Nacional de Jogos e Loterias (ANJL) argumentieren, dass das Verbot den Schwarzmarkt fördert und nur ein regulierter Markt die Bürger schützt.
Bereits am 3. November gibt es eine Anhörung. Neben Vertretern des Brasilianischen Instituts für Verantwortungsvolles Spielen sowie der Nationalen Vereinigung für Spiele und Lotterien sind auch Befürworter des Verbots anwesend. Bis zum 23. November soll es eine endgültige Entscheidung geben.
Glücksspieldebatte wird zum politischen Machtkampf in Brasilien

