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Pottis WM Tagebuch

Pottis WM Tagebuch #28: Acht Teams, eine Mission – wer holt den WM-Pokal?

96 von 104 Spielen sind absolviert. Nur noch acht Teams träumen vom Titel. Schauen wir kurz auf ein paar Zahlen und kuriose Fakten.

Die Torjägerkanone brennt lichterloh. Lionel Messi führt mit acht Treffern. Kylian Mbappé und Erling Haaland folgen mit je sieben. Harry Kane kommt auf sechs. Das Verrückte daran: Alle vier stehen mit ihren Teams noch im Turnier. Das bedeutet, dass das Rennen um den Goldenen Schuh jetzt erst so richtig beginnt. Messi, Mbappé, Haaland, Kane – vier der besten Stürmer der Welt, alle noch dabei, alle noch hungrig. Fußball kann manchmal wirklich schön sein.

Und dann ist da noch eine sehr kuriose Serie. Japan verlor in der ersten K.O.-Runde gegen Brasilien. Brasilien schied daraufhin gegen Norwegen aus. So weit, so gut. Aber jetzt kommt’s: Bei den vergangenen Weltmeisterschaften verlor jeweils genau das Team gegen den späteren Weltmeister, das zuvor Japan aus dem Turnier geworfen hatte. Immer. Ohne Ausnahme. Wenn diese kuriose Serie also Bestand haben sollte, dürfte sich am 19. Juli ein gewisser Erling Haaland zum neuen Weltmeister krönen. Der Mann, der ohnehin gerade so spielt, als hätte ihm jemand heimlich einen zweiten Motor eingebaut. Wir beobachten das. Sehr aufmerksam.

Und am Donnerstagabend um 22 Uhr geht’s weiter. Frankreich gegen Marokko. Der Topfavorit gegen eines der Überraschungsteams des Turniers. Ich freu mich drauf.

Pottis Playoff-Kompass
Das Viertelfinale dieser Weltmeisterschaft steht fest – und aus ursprünglich 48 Mannschaften sind nur noch acht übrig. Sechs davon kommen aus Europa, dazu gesellen sich mit Marokko der letzte afrikanische Vertreter und mit Argentinien die letzte südamerikanische Nation. Nordamerika, Asien und Ozeanien sind dagegen komplett aus dem Rennen.

Spannend ist vor allem, wer es unter die letzten Acht geschafft hat. Mit Belgien, Marokko, Norwegen und der Schweiz stehen gleich mehrere Teams im Viertelfinale, die wohl nur einige wenige Experten auf ihrem Zettel hatten. Genau solche Geschichten machen jedoch eine Weltmeisterschaft aus. Favoriten stolpern, Außenseiter wachsen über sich hinaus – und plötzlich scheint alles möglich.

Auch unser kleines DACH-Projekt lebt tatsächlich noch. Deutschland und Österreich sind zwar ausgeschieden, doch die Schweiz hält die Fahne weiterhin hoch. Zugegeben: Gegen Kolumbien war das eine äußerst knappe Angelegenheit, aber am Ende zählt im K.O.-Modus bekanntlich nur das Weiterkommen. Jetzt wartet mit Argentinien die vielleicht größte Aufgabe des gesamten Turniers. Unmöglich? Sicher nicht. Kap Verde und Ägypten haben bereits eindrucksvoll bewiesen, dass auch der amtierende Weltmeister alles andere als unverwundbar ist.

Zum Abschluss noch eine wichtige Personalmeldung aus dem Potti-Universum: Unser Praktikant wurde heute Morgen gegen 5:30 Uhr angeblich leicht mitgenommen in der Baseler Innenstadt gesichtet. Offiziell befand er sich auf einer intensiven Recherchemission, um die Schweizer Feierkultur nach dem Viertelfinaleinzug journalistisch einzuordnen. Inoffiziell sollen dabei jedoch diverse Kaltgetränke sowie ein Käsefondue eine nicht ganz unwesentliche Rolle gespielt haben. Sein ausführlicher Einsatzbericht steht allerdings noch aus – vorausgesetzt, er hat inzwischen den Weg zurück ins Hotel gefunden und kann sich überhaupt noch daran erinnern.

Die gestrigen Spiele

Achtelfinale: Argentinien vs. Ägypten 3:2
Was für ein Achtelfinale! Argentinien und Ägypten lieferten sich über 90 Minuten einen echten K.O.-Krimi, der bis zur letzten Sekunde Spannung bot. Die Nordafrikaner verteidigten leidenschaftlich und hatten in ihrem überragenden Torhüter einen nahezu unüberwindbaren Rückhalt. Immer wieder entschärfte er hochkarätige Chancen der Gauchos und brachte die argentinischen Angreifer schier zur Verzweiflung. Gleichzeitig blieb Ägypten mit seinen blitzschnellen Kontern brandgefährlich und nutzte zwei dieser Angriffe eiskalt zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung.

Doch eines zeichnete den Titelverteidiger an diesem Abend besonders aus: Der Glaube an die Wende ging nie verloren. Argentinien erhöhte den Druck mit jeder Minute, schnürte Ägypten immer tiefer in der eigenen Hälfte ein und spielte sich Chance um Chance heraus. Während den Ägyptern in der Schlussphase sichtlich die Kräfte schwanden, warfen die Gauchos alles nach vorne. Angeführt von Lionel Messi gelang schließlich die spektakuläre Aufholjagd: Erst der Anschlusstreffer, kurz darauf der Ausgleich durch Messi und schließlich der umjubelte Siegtreffer in der Nachspielzeit. Ein mitreißendes Achtelfinale, das alles bot – großartige Paraden, brandgefährliche Konter, Dramatik bis zum Schluss und ein beeindruckendes Comeback des Weltmeisters.

Achtelfinale: Schweiz vs. Kolumbien 0:0 (4:3 n. E.)
Die Schweiz hat sich in einem packenden, lange Zeit torlosen Achtelfinale gegen Kolumbien das letzte Viertelfinal-Ticket gesichert. Nach 120 intensiven Minuten ohne Treffer musste das Elfmeterschießen entscheiden – und dort behielten die Eidgenossen mit 4:3 die Nerven. Ruben Vargas verwandelte den entscheidenden Strafstoß und schoss die Schweiz erstmals seit 1954 (!) wieder unter die letzten acht einer Weltmeisterschaft.

Über weite Strecken war es ein Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften verteidigten diszipliniert und ließen nur wenige Torchancen zu. Kolumbien wirkte zunächst etwas gefährlicher, doch Gregor Kobel war mehrfach mit starken Paraden zur Stelle. Nach der Pause übernahm die Schweiz phasenweise die Kontrolle, ohne sich entscheidend durchsetzen zu können. In der Verlängerung lag der Lucky Punch auf beiden Seiten in der Luft: Kolumbien traf die Latte, während Zeki Amdouni freistehend am kolumbianischen Schlussmann Camilo Vargas scheiterte. Die Entscheidung musste schließlich vom Punkt fallen.

Im Elfmeterschießen zeigte die Schweiz die etwas stärkeren Nerven. Zwar verschoss auch Manuel Akanji, doch Kolumbien leistete sich gleich zwei Fehlschüsse. Als Ruben Vargas den letzten Elfmeter verwandelte, war der Jubel riesig – und die Schweiz darf weiter vom großen WM-Märchen träumen. Im Viertelfinale wartet nun mit dem amtierenden Weltmeister Argentinien eine Mammutaufgabe.


Mittwoch, 08. Juli – heute finden keine Paarungen statt

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